
Routine ist nichts Schlechtes. Ohne jede Routine wäre jede Arbeit jeden Tag etwas Neues, würde Anlernzeit benötigen und zuviel Zeit kosten. Bisweilen ist Routine aber auch nicht ganz ungefährlich, falls sie irgendwann dafür sorgt, dass man nur noch auf ausgetretenen Pfaden wandelt und quasi in Routine erstarrt. So etwas kann Designern geschehen. Es kann Lehrer ebenso treffen wie Rechtsanwälte, Unternehmens-Berater und all die anderen Menschen, die Ideen für immer neue Situationen entwickeln müssen. Auch Conversion-Optimierer sind nicht davor gefeit, irgendwann in die Routinefalle zu geraten.
Ich weiß, wie es geht!
Immer, wenn man als Conversion-Optimierer einer “Ich weiß, wie es geht!”-Aussage zustimmt, sollte man wachsam werden. Die Routinefalle könnte nicht mehr fern sein. Man bekommt ein neues eigenes oder Kundenprojekt, das man bearbeiten soll, etwa einen Onlineshop. Man wirft einen Blick auf diesen Shop und entwickelt sofort drei Ideen, was denn eigentlich getestet werden könnte. Das ist eigentlich gut, allemal besser, als würde ein Conversion-Optimierer völlig ideenlos vor diesem Onlineshop stehen.
Es spricht für Erfahrung, wenn jemand beim ersten Blick bereits brauchbare Ansätze für Tests entwickelt. Aber Conversion-Optimierer sollten auch sich selbst bisweilen in den Fokus nehmen, sich fragen, ob sie in letzter Zeit nicht vielleicht immer ähnliche Testideen entwickelt haben und ob da nicht vielleicht eine unvorteilhafte Routine in die Arbeit eingezogen ist. Man erkennt das nicht immer, weil gute Conversion-Optimierer mit ihrer Arbeit selbst in der Routinefalle bisweilen noch gute Ergebnisse erzielen. Aber sie sind vielleicht nicht mehr so gut, wie sie eigentlich sein könnten.
Sind Sie schon fertig?
Mit Conversion-Optimierung ist man nie fertig. Aber auch als Conversion-Optimierer ist man nie fertig. Man darf niemals denken, man beherrsche nun alle Kniffe der Conversion-Optimierung und müsse nur noch dafür sorgen, aus dem Pool aller bekannten Möglichkeiten genau die richtigen für ein aktuelles Optimierungsprojekt herauszusuchen.
Das würde zu einer starren Routine führen. Gute Conversion-Optimierer hören deshalb niemals auf zu lernen: Sie nehmen sich immer wieder Zeit, über Tests anderer Optimierer zu lesen, verlieren nie die Gabe, neue Ideen wie ein Schwamm aufzusaugen und die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass die – vielleicht modifiziert – auch die eigene Conversion-Optimierung bereichern können. Es gibt tausend und abertausend Ideen, wie und wo man mit Tests beginnt, was man danach testet und was vielleicht überraschende Erkenntnisse bringen könnte.
Kein Erfahrungsschatz der Welt beinhaltet all diese Ideen. Ein guter Conversion-Optimierer weiß das. Die sehr guten Conversion-Optimierer wissen unglaublich viel über Conversion-Optimierung und gehören dennoch zugleich zu den eifrigsten Lernenden. Sie sind Meister und Schüler.
Ein bisschen frisches Blut!
Eine weitere Möglichkeit, erstarrender Routine entgegenzuwirken, besteht in Teams der Conversion-Optimierung. Sie sollten in regelmäßigen Abständen dafür sorgen, frische Leute ins Team zu integrieren, die neue Aspekte in die Arbeit hineinbringen. Das können natürlich erfahrene Leute sein, die allerdings nicht unbedingt bereits länger in Kontakt mit dem Team stehen. Ansonsten hätte bereits ein Meinungs- und Erfahrungsaustausch stattgefunden, durch den die Chance sinkt, dass der Neue wirklich neue Aspekte einbringt.
Neben erfahrenen Conversion-Optimierern können auch junge, begabte, aber in der Conversion-Optimierung unerfahrene Leute das Team bereichern. Sie starten quasi bei 0, ohne vorhandene Denkmuster in Bezug auf Conversion-Optimierung. Und in ihrem Lernprozess stoßen sie vielleicht auf Dinge, für die das Restteam blind geworden ist, die für die weitere Arbeit aber nützlich sein können. Auch so kann man Erstarrung durch die negativen Aspekte einer Routine durchbrechen. Versuchen Sie es vielleicht einmal.













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