
Viele deutsche Internetnutzer haben - und wenn auch nur als historisches Relikt - eine E-Mail-Adresse bei GMX. In den Anfängen des World Wide Web in Deutschland war GMX die Hauptanlaufstelle für E-Mail-Adressen und praktisch jeder hatte dort ein kostenloses Konto. Von "kostenlos" lässt sich jedoch nicht gut leben, weshalb GMX kostenpflichtige Pakete eingeführt hat, um sich zu finanzieren.
Nutzer eines kostenlosen Kontos erhalten beim Login nun regelmäßig Werbung für die kostenpflichtigen Pakete eingeblendet. Aus Conversion-Sicht sieht die Seite auf den ersten Blick sehr gut aus:
- Ein kostenloses Angebot steht im Mittelpunkt
- Es gibt viele kostenlose Geschenke, die sogar bares Geld wert sind
- Es gibt nur sehr wenige Absprungpunkte
- Die Seite ist klar gestaltet und der Besucher wird recht gut geführt
Man kann also offensichtlich davon ausgehen, dass diese Seite eine Menge Conversion generiert, denn es gibt nur zwei Auswege: "Logout" und "Mein GMX". Da diese Seite direkt nach dem Login angezeigt wird, möchte niemand den Logout wählen. Und selbst wenn man "Mein GMX" findet, ist die Frage, ob man versteht, dass man dort zu seinem E-Mail-Postfach kommt.
Viele werden also einfach den kostenlosen Text akzeptieren. Durch die Gestaltung der Seite kann man deshalb schon gut von einer "Forced Conversion" sprechen. Hat ja offensichtlich auch keine Nachteile. Oder doch?
Kostenlos sind leider nur die ersten 30 Tage. Wenn in der Zeit nicht gekündigt wird, wird ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen. Das Netz ist voll von Beschwerden über diese Praxis. Es stellt sich also die Frage, ob ein solches Konzept tatsächlich zu mehr Kunden führt - ohne einfach nur rechnerisch mehr Conversions auf Kosten der Kundenzufriedenheit generiert werden. Dann lieber weniger Conversions, dafür aber hochwertig und langfristig. Oder?














Web.de macht es ja seit je her ähnlich. Die Landing Pages sind gut und zielführend gestaltet, allerdings kann man wohl kaum von “freiwilliger” Conversion sprechen. Der User wird geradezu dazu gedrängt den kostenlosen Test zu nutzen. Häufig kritisiert wurde dabei die “Falle”, dass man danach mitten in einem 12 Monate Abo steckt.
Conversion hin oder her. Wer Nutzer zu seinem Produkt zwingen muss, der sollte sich mal Gedanken machen.
Ich würde mich nicht wundern, wenn ein aufwändig gestalteter AB Test dazu geführt hat, es genau so und nicht anders zu machen.
Im echten Leben gibt es ja auch fast so etwas: Barcley Card am Flughafen. Die Leute muss man auch fast umlaufen (nicht drumherumlaufen), sonst wird man sie nicht los….
Kann gut sein, dass da ein Test gemacht wurde. Aber ob das Ziel richtig gewählt wurde? Hier nur die reinen Onlineabschlüsse zu messen wäre zu kurz gesprungen – da muss man auch die Kündigungs- und Reklamationsrate mit einbeziehen. Ersteres ist einfach. Letzteres schon aufwendiger.