
Für eine gelungene Conversion-Optimierung müssen alle Beteiligten als Team an einem Strang ziehen. Nicht die individuellen Erfahrungen oder das jeweilige Verständnis von Ästhetik dürfen dann im Mittelpunkt stehen, sondern schnöde, nüchterne Testergebnisse. Webdesigner gehören zu diesem Team und auch für sie muss der Test wichtigste Grundlage bei der Website-Optimierung sein. Wer sich als Webdesigner allzu sehr als Künstler versteht, hat damit bisweilen seine Schwierigkeiten. Kann er seine Schwierigkeiten nicht überwinden, ist er fehl am Platze im Team.
Das Selbstverständnis der Künstler und die Webdesigner
Die meisten Künstler bringen ihre eigene Sichtweise von Dingen in ihre Kunst ein. Sie interpretieren Dinge neu, fügen bisher Unverbundenes zusammen und lassen überall ihr bestenfalls geniales „Ich“ mit einfließen. Webdesigner, die sich als Künstler verstehen, denken wohl ähnlich. Und so gehorcht ihr Webdesign ihren eigenen ästhetischen Ansprüchen und bringt eventuell ihre persönliche Note mit ein.
Bitte korrigieren, liebe Künstler und künstlerische Webdesigner, wenn eure Sicht auf Kunst eine andere ist. Bis zu einem gewissen Grad ist das künstlerische Verständnis eines Webdesigners ja gar nicht schlecht, sofern es sich um einen wirklich talentierten Designer handelt. Aber selbst er wird sich letztendlich beim Design kommerzieller Websites dem Diktat der Tests (A/B Tests / multivariate Tests) beugen müssen. Für ihn darf das eigene Verständnis von Ästhetik nicht im Vordergrund stehen. Platz im Vordergrund ist nur für dasjenige, was dem Besucher gefällt – also dazu beiträgt, das eine Website erfolgreich ist.
Wenn „hässlich“ erfolgreich ist, ist „hässlich“ schön!
Bei der Optimierung kommerzieller Websites geht es nicht um ein Design, das vielleicht erst von kommenden Generationen verstanden wird. Ein heutiger Vincent Van Gogh wäre damit also als Webdesigner für Conversion-Optimierung eher ungeeignet. Es geht letztlich auch um kein Design, das Website-Besuchern einfach nur gefällt. Wenn sie „Oh, wie schön“ denken und die Website dann voller Lob für das Design wieder verlassen, ohne etwas gekauft oder gebucht zu haben, hat das schöne Webdesign für kommerzielle Anbieter keinerlei Wert gehabt.
Statt Künstlern braucht man gute Design-Handwerker. Die Ergebnisse müssen natürlich trotzdem professionell und qualitativ sein – aber es gibt keine künstlerischen Freiheiten, wenn Testvarianten designed und entwickelt werden müssen.
Man kann die Sache auch von einer anderen Seite betrachten: Sollte sich ein Element des Webdesigns, das aus der Sicht des Webdesigners völlig deplatziert wirkt, bei einem A/B Test als Conversion-Booster erweisen, dann gehört dieses Element im Rahmen einer effektiven Conversion-Optimierung definitiv in die Seite. Ein Beispiel:
Ein Webdesigner integriert einen grünen Call to Action Button in eine Landingpage, der ihm selbst ebenso gut gefällt wie seinem Auftraggeber. Dennoch entschließt sich das Team für A/B Tests, bei denen Buttons in unterschiedlicher Farbe in die verschiedenen Varianten der Landingpage integriert werden. Als Testsieger erweist sich dabei ein pinkfarbener Button, der aus Sicht des Webdesigners gar nicht zu seinem übrigen Design passt.
Was tun? In diesem Fall gilt ganz eindeutig der alte, abgenutzte, leicht umgewandelte und noch immer gültige Spruch: Der potenzielle Kunde ist König. Er sorgt für den Umsatz. Er hält das Unternehmen am Leben. Da müssen Webdesign-Künstler auch einmal zurückstecken. Basta!





















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