Spam bei Facebook ist auch keine Lösung

Spam ist toll. Spam auf Facebook bringt Erfolge sowie traumhafte Conversion-Raten und es macht selbst trübsinnige Marketer glücklich. Leute, lasst uns spammen! Das Unternehmen F-Secure hat 2010 in einem Beitrag immerhin für Facebook-Spam eine Conversion-Rate von bis zu 48 Prozent ermittelt. Lässt das nicht das Herz höher schlagen? Wird man da nicht fast schon ein bisschen neidisch? Es bleibt natürlich die Frage, wie Conversion-Rate in diesem Fall eigentlich verstanden wird. Und es bleibt die Frage, ob Facebook-Spam nicht trotz der hohen Conversion-Rate so große Nachteile hat, dass die scheinbaren Erfolge gar keine sind. Sie wollen spammen? Tun Sie es nicht! Das sagen wir ganz ohne mahnend erhobenen Zeigefinger.

Was ist Facebook-Spam?

„Schockierende Fotos – was der Besucher eines China-Restaurants im Essen fand!“ Das macht schon ein kleines bisschen neugierig, nicht wahr? Und wenn ein solches Posting auf Facebook einen Link enthält, ist man ja schon versucht, also nur ein kleines bisschen, aber man ist versucht, auf diesen Link zu klicken. Wenn sich dann auf der Seite,auf die man durchs Klicken gelangt, völlig andere Inhalte befinden, handelt es sich beim Posting um Facebook-Spam. Fast jedenfalls. Hinzu kommt als Kriterium, das Facebook-Spam von anderen Postings unterscheidet, die einem Virus ähnelnde Verbreitung. Facebook-Spam verbreitet sich selbst. Das Internet und Programmierkunst machen es möglich! Eins noch, bevor wir weitermachen:

  • Wir haben nichts gegen chinesisches Essen! Das war nur ein Beispiel!

  • Wir kennen kein chinesisches Restaurant, in dem man unappetitliche Dinge im Essen findet.

Nur, damit keine Missverständnisse entstehen.

Die Sache mit der Conversion-Rate

Eine oben genanntem Beispiel ähnelnde Facebook-Spamaktion hat es tatsächlich gegeben. Statt des China-Restaurants war allerdings eine bekannte Burger-Kette im Posting verewigt. „OMG… Look what this 6 YEAR OLD found in her HAPPY MEAL from McDonalds” hieß das Posting und animierte Leser dazu, a) den Like-Button zu drücken und b) einen Link anzuklicken. Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Wir haben auch nichts gegen jene große Burgerkette. Allerdings ist oben genanntes Posting natürlich eine fast schon perfekte Boulevard-Schlagzeile: ein Kind ist beteiligt, Prominenz auch (McDonalds ist ziemlich prominent) und etwas Schockierendes passiert. Man klickt also, nur aus wissenschaftlicher Neugier, auf diesen Link und kommt auf eine Seite, auf der man zu einer Marktforschungsumfrage eingeladen wird. Uh, das ist jetzt nicht ganz das, was man erwartet hat! Die Ergebnisse können sich aus Sicht von Marketern dennoch erst einmal sehen lassen:

  • Der Facebook-Spam führte zu 32.000 Klicks.

  • Die hier errechnete Conversion-Rate maß den Anteil der Likes an den Clicks. Die Anzahl der Likes machte bis zu 48 Prozent der Zahl derjenigen aus, die dem Link folgten,

Zwei Enttäuschungen

Beginnen wir mit der hier definierten Conversion-Rate (Anteil Likes an Clicks). Was sagt sie wirklich aus: Ist der Klick auf den Like-Button, für sich genommen, bereits ein erstrebenswertes Marketingziel? Immerhin hat man durch solch einen Klick noch kein einziges Produkt mehr verkauft und niemanden zusätzlich für die Teilnahme an einer Umfrage gewonnen. Man sorgt für weitere Verbreitung seines Postings. Das ist ja nicht schlecht, als Ziel einer Kampagne aber zu wenig. Und Conversion bedeutet, Marketingziele zu erreichen, indem etwa Interessenten zu Käufern werden. Viele Likes, geringe Umfrageteilnahme, wenige Produktkäufe: Das ist eher eine Enttäuschung als  ein Erfolg.

Auch der klickende Facebook-Nutzer ist eher enttäuscht. Er erwartet Schockierendes, Boulevard, Skandale und bekommt… eine Umfrage. Wie ernüchternd! Ob man wohl so das Vertrauen potenzieller Kunden gewinnt, das die Grundlage für dauerhafte gute Geschäftserfolge ist?

Kurzfristige Erfolge, langfristige Erfolge

Es ist durchaus möglich, dass eine Spam-Aktion wie die oben genannte auch zu einer gestiegenen Anzahl der Umfrageteilnehmer geführt hat. Das wäre dann durchaus ein tatsächlicher Erfolg abseits reiner Klicks und Likes. Nachhaltig dürfte dieser Erfolg allerdings nicht sein. Die Basis für langfristig hohe Conversion-Raten wird durch solche Aktionen nicht aufgebaut. Im Gegenteil. Spam ist also NICHT toll. Auch für Marketer nicht. Allen scheinbaren Erfolgsmeldungen zum Trotz!

Der Autor

Jörg Dennis Krüger - Gründer ConversionBoosting

Jörg Dennis Krüger
Gründer ConversionBoosting

Mehr Informationen

Jörg Dennis Krüger ist einer der Pioniere der Conversion-Optimierung in Deutschland und Autor des Bestseller-Buches "Conversion Boosting mit Website Testing". Er ist regelmäßiger Referent auf allen relevanten Branchen-Events und unterstützt als Berater und Coach Unternehmen dabei, online noch erfolgreicher zu sein.

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