Webinaraufzeichnung

Server-seitiges Tracking: mit GTM für GA4, Meta und Co.

Beim Server-seitigen Tracking werden Informationen nicht direkt an die Server von Google, Meta und anderen Anbietern gesendet. Stattdessen werden sie zuerst an einen eigenen Tracking-Server gesendet und von dort an das jeweils passende Ziel geleitet.

Themen des Webinars sind:

  • So sieht Server-seitiges Tracking mit dem Google Tag Manager konkret aus (inkl. Kosten)
  • Welche Vorteile Server-seitiges Tracking bietet und für wen es sich lohnt
  • Wie Server-seitiges Tracking die Datenqualität verbessert
  • Wie Server-seitiges Tracking Ladezeiten reduziert
  • Einfluss auf Datenschutz und Consent

Zusammenfassung des Videos

Was ist serverseitiges Tracking?

Beim traditionellen client-seitigen Tracking werden Daten vom Tag Manager direkt an die einzelnen Anbieter/Tools übermittelt.


Bei server-seitigen Tracking wird ein zusätzlicher Tag Manager dazwischengeschaltet:

  1. Statt Daten vom (client-seiten) Tag Manager direkt an z.B. Google oder Facebook zu schicken, werden die Daten an den server-seitigen Tag Manager geschickt.
  2. Im server-seitigen Tag Manager werden die Daten angepasst und dann an z.B. Google oder Facebook geschickt.

Wichtig: Der normale (Client-seitige) Container bleibt bestehen.

Vorteil: Bessere Daten

Mit einem Sever-seitigen Setup erhält man bessere Daten für das Kampagnen-Tracking, Webanalyse und A/B-Testing.

1) Geringerer Einfluss von ITP und anderen Einschränkungen der Browser

Danke der intelligent tracking protection von Apple sind per Javascript gesetzte Cookies nur noch maximal 7 Tage gültig. Und wenn utm-Parameter(von Google Analytics) oder gclid-Parameter (von Google Ads) nur noch maximal 24 Stunden. Das hat negative Auswirkungen:

  • Verfälschte Zahlen in der Webanalyse: Wiederkehrende Besucher können nur 1 bzw. 7 Tage erkannt werden
  • Schlechtere Attribution und Analyse von Werbekampagnen. Man kann indirekte Touchpoints nicht mehr analysieren.
  • Testvarianten in A/B-Tests werden neu ausgewürfelt

So hilft Server-seitiges Tracking gegen ITP: Server-seitig gesetzte Cookies sind noch nicht von ITP betroffen.

2) Weniger Probleme mit Adblockern

Beim normalen Tracking werden Daten an externe Server gesendet. Zum Beispiel google-analytics.com. Beim Server-seitigen Tracking werden alle Daten von einer eigenen Subdomain geladen.

3) Bessere Kontrolle über Daten

Beim Server-seitigen Tracking können Daten angepasst werden, bevor sie an Anbieter (wie Google Analytics) gesendet werden. Es können zum Beispiel IP-Adressen und personenbezogene Daten automatisch entfernt werden.

Vorteil: Schnellere Ladezeiten

Beim Client-seitigen Tracking werden die JavaScript-Bibliotheken aller vorhandenen Tools einzeln heruntergeladen. Dies führt zu langsameren Ladezeiten. Beim Server-seitigen Tracking können Anfragen „vereint“ werden:

  • Im Browser wird eine Anfrage an den Tracking-Server gesendet.
  • Der Tracking-Server verteilt diese Informationen dann an die verschiedenen Tools.


Da dies auf der Tracking-Server geschieht, bekommt der Besucher es nicht mit.

Consent und Datenschutz

Es gibt zwei große Auswirkungen zum Datenschutz des server-seitigen Trackings.

  1. Da der Google Tag Manager vom eigenen Tracking-Server geladen wird, benötigt man für ihn keinen Consent.
  2. Das Tracking wird auf den Tracking-Server verlagert. Dadurch ist es deutlich schwerer von außen zu erkennen, ob Datenschutzverletzungen vorhanden sind.

Man könnte zum Beispiel Daten im Matomo-Format an den Tracking-Server senden. Aber dann von dort an Google und Meta weiterleiten – obwohl die Zustimmung dafür nicht vorhanden ist. Rechtlich erlaubt wäre das nicht – die Zustimmung der Nutzer ist genauso wie beim clientseitigen Tracking erforderlich.

Google Tag Manager einrichten

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Server-seitigen GTM einzurichten:

  • per Google Cloud
  • mit einem Tracking-Server bei einem eigenen Hoster

Per Google Cloud

Für die erste Methode muss man:

  • ein Rechnungskonto bei Google Cloud anlegen
  • eine Subdomain, die auf die Google Cloud verweist

Mit eigenem Tracking-Server

Die Google Cloud gehört offensichtlich einem US-Konzern. Viele Datenschützer sind der Meinung, dass dies nicht zulässig ist. Deshalb empfehlen wir, sich einen eigenen Hoster für den Tracking-Server zu suchen. Wichtige Anforderung: Es muss Docker unterstützt werden. Wichtig: Es braucht Erfahrung in der Administration eines Webservers.

Server-seitiges Tracking für GA4 einrichten

Im ersten Schritt muss im Client-Container die Option “An Servercontainer senden” aktiviert und die Subdomain des Tracking-Servers eingetragen werden.


Im Server-Container einfach die fertige Vorlage für GA4 verwenden. Fertig. Ab jetzt werden auch Server-Cookies verwendet.

Server-seitiges Tracking für Meta einrichten

Für Meta gibt es keine Tag-Vorlage im Client-Container. Deshalb verwenden wir ein GA4-Event mit allen für Meta relevanten Informationen.


Im Server-Container dann das Tag des “facebookincubator” verwenden und den Access Token der Facebook Conversion API eintragen.

Server-seitiges Tracking für weitere Tools

Server-seitiges Tracking ist unter anderem auch für diese Tools möglich:

  • Google Ads
  • HubSpot
  • Klaviyo
  • TikTok
  • AWIN
  • ActiveCampaign

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