Wege zum Wunschprodukt

Marken in Onlineshops: Wie begeistert man Markenfreunde?

Markenfreunde darauf hinzuweisen, dass ihre Lieblingsmarke im Onlineshop erhältlich ist, kann sie glücklich machen. Und das kann wiederum zu besseren Conversion-Raten und mehr Umsatz führen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte man möglichst schnelle Wege zur Markenwelt in den Shop integrieren und überlegen, ob man die Marke nicht nur präsentiert, sondern auch inszeniert.

„Wir wollen nicht irgendwelche Produkte. Wir wollen Marke X.“ Wie viel Prozent der Kunden denken so? Falls man als Onlineshop-Betreiber jetzt gar keinen Schätzwert nennen könnte, sollte man überlegen, ob man nicht besser mal einen genauen Blick darauf wirft.

Welche Bedeutung haben Marken für den Shoperfolg?

Aus dem Bauch heraus würde man vielleicht sagen, dass Marken für Mode-Onlineshops tendenziell eine größere Bedeutung haben als für Online-Baumärkte oder Online-Apotheken. Aber stimmt das wirklich? Selbst, wenn es wirklich so wäre, würde das noch nicht bedeuten, dass Marken für die Kunden von Baumärkten, Apotheken und anderen Anbietern abseits der Modebranche keine Bedeutung haben.

Ein Indiz für eine hohe Bedeutung von Marken für Shopbesucher kann ein Blick auf das Webanalyse-Tool bringen:

  • Fasst man alle eigenen Markenseiten des Onlineshops im Webanalyse-Tool zu einer Gruppierung zusammen, kann die Anzahl der Seitenaufrufe in der Gesamtheit betrachtet werden.
  • Bietet man auf normalen Kategorieseiten (z.B. Damenhosen) Filter an, mit denen sich exklusiv die Produkte einer bestimmter Marke anzeigen lassen, kann man zudem die Nutzung dieser Filter messen. Ein Vergleich mit anderen Filtern gibt Auskunft über die Wichtigkeit der Marke.

Falls Markenbegeisterte bereits in nennenswerter Zahl vom Shop angezogen werden oder aber angezogen werden können, ist das Erfolgspotenzial von Tests zur Steigerung der Conversion-Rate bei Markenfreunden relativ hoch. Dann sollte man überlegen, solche Tests durchzuführen. Ansetzen kann man beispielsweise bei den Wegen, auf denen man im Onlineshop zu den Markenwelten gelangt.

Wege zur Marke in Onlineshops

Eine Reihe von Onlineshops setzt „Marken“ als Menüpunkt gut sichtbar ins Hauptmenü. Markenfreunde sehen so direkt auf der Startseite, wo sie erfahren können, ob ihre Lieblingsmarke im Shop zu haben ist. Die Online-Apotheke Sanicare geht diesen Weg und verweist direkt im Hauptmenü auf diverse Markenshops. DocMorris ermöglicht die Auswahl von bestimmten Marken dagegen erst in einer Unterkategorie, z.B. im Menüpunkt „Schönheit&Pflege“.

Noch einen etwas anderen Weg geht der Online-Möbelhändler Home24: Bei ihm kann man direkt durch Klick auf einen Untermenüpunkt entscheiden, sich nur ein bestimmtes Produktsegment einer Marke anzusehen (z.B. Wohnaccessoires von Kare Design).

Das kann Besuchern einen schnelleren Weg zum Wunsch-Markenprodukt öffnen, raubt eventuell aber auch Platz, den man nutzen könnte, um weitere Marken oder mehr Marken mit Logo zu präsentieren.

Für große Anbieter mit vielen Marken aus unterschiedlichen Bereichen kann es auch sinnvoll sein, Marken in der Verteilerseite in verschiedene Unterkategorien einzuteilen, etwa in Wohnmarken und Modemarken (z.B. bei Heine).

Nochmals einen anderen Weg geht Baur. Der Onlineshop weist erst relativ weit unten auf seiner Startseite darauf hin, dass er über 200 Marken im Sortiment hat und präsentiert dort auch Logos mit einigen Links zu diesen Marken.

Auf kleinen Bildschirmen erreicht man diesen Bereich der Seite erst durch Scrollen. Das Risiko besteht, dass Markenfreunde ihn übersehen.

Noch eine Variante: Bei Deichmann öffnet sich kein Untermenü, wenn man mit dem Mauszeiger auf den Menüpunkt „Marken“ fährt. Welche Marken angeboten werden, erfährt man erst nach einem Klick auf den Menüpunkt, wenn sich die Markenseite öffnet.

Von A bis Z oder Top-Marken zuerst?

Wer viele gleichermaßen beliebte Marken im Sortiment hat, entscheidet sich möglicherweise am besten dafür, alle Marken in alphabetischer Reihenfolge aufzuführen. Oft sind aber einige Marken besonders beliebt. Dann bietet es sich auch an, die begehrtesten Marken besonders prominent darzustellen.

Inszenieren oder nur präsentieren?

Man kann es sich einfach machen. Dann nennt man auf einer Marken-Verteilerseite einfach nur die Markennamen und führt den Besucher nach dem Klick auf eine Marke auf eine Kategorieseite, die ausschließlich Produkte dieser Marke enthält.

Vorteilhafter kann es aber sein, wenn man statt reiner Textlinks auch die Logos der Marke in die Verteilerseite integriert. Mit Logo wird die jeweilige Marke schneller von ihren Fans erkannt. Allerdings benötigt die Präsentation von Marken mit Logo in der Regel mehr Platz als von Marken ohne Logo, sodass dadurch auch weniger Marken im direkt sichtbaren Bereich des Bildschirms erscheinen. Das Risiko steigt dadurch, dass ein Markenfreund die von ihm favorisierte Marke nicht sofort findet und abspringt.

Man kann Marken im Onlineshop natürlich noch sehr viel umfangreicher inszenieren, anstatt sie nur zu präsentieren. Vielleicht integriert man dafür Content-Marketing-Elemente auf die Marken-Kategorieseite, stellt die Marke kurz vor und gibt ihr eine Bühne, um zu wirken.

Hinweise für Markenliebhaber

Gerade bei Modeshops kann es sinnvoll sein, sich mit Hinweisen an passender Stelle als Onlineshop zu präsentieren, der viele attraktive Marken im Sortiment hat. Der Online-Modeshop ASOS macht das beispielsweise mit dem Hinweis „Hier gibt’s die aktuellsten Looks von über 850 angesagten Marken“ im Startseiten-Text.

Möglich ist aber etwa auch ein Hinweis von Kunden, den man in Form eines Testimonials im Onlineshop platziert. Oder man platziert den Hinweis auf eine große Markenvielfalt in der Leiste mit den kurz aufgelisteten Vorteilen des Onlineshops. Auch hier können diverse Tests sinnvoll sein, um die Variante zu finden, die am ehesten zu einer guten Conversion-Rate beiträgt.

Der Autor

Julian Kleinknecht - CRO ConversionBoosting GmbH

Julian Kleinknecht
Geschäftsführer ConversionBoosting GmbH

Julian hat viele Jahre Erfahrung in den Bereichen Web-Analyse und A/B-Testing und teilt sein Wissen oft bei LinkedIn.

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