A/B Testing

A/B Testing mit Google Optimize: 5 Schritte zum Starten

Google Optimize ist ein Tool für A/B Testing, das bereits in der kostenlosen Variante viele Möglichkeiten für gute Testings bietet. Auf Basis der ConversionBoosting Webinars „A/B-Testing mit Google Optimize – So gehts!“ zeigt dieser Artikel die ersten Schritte zur Nutzung von Optimize und beschäftigt sich auch mit der Motivation des Suchmaschinenbetreibers, mit einem weitgehend kostenlosen Tool zur Verbesserung von Websites beizutragen.

Google hat bereits vor Optimize A/B Testing Tools auf den Markt geworfen, aber während die Vorgänger viele nicht wirklich überzeugt haben, könnte das bei Optimize anders sein. Google wird das freuen, denn A/B Testing von Website-Betreibern ist auch für Google vorteilhaft.

Das Unternehmen hat ein erhebliches Eigeninteresse daran, dass zumindest die weit vorne in der Suchergebnisliste auftauchenden Websites den Besucher vollauf zufriedenstellen. Wer als Besucher mit den von Google gezeigten Websites zufrieden ist, ist auch mit der Suchmaschine zufrieden und wird eher nicht auf die Idee kommen, eine andere auszuprobieren.

Das ist wichtig für Google. Obwohl das Unternehmen längst nicht mehr alleine mit der Suchmaschine Geld verdient, ist sie nach wie vor Haupteinnahmequelle und wird es vermutlich noch eine Weile bleiben. Deshalb sind gute Suchalgorithmen wichtig. Und gute Websites, die sich von einer guten Suchmaschine finden lassen.

Darüber hinaus lockt das Angebot eines kostenlosen A/B-Testings mit Google Optimize noch mehr Webmaster in die Google Produktwelt. Wer sich einmal an Optimize gewöhnt hat und irgendwann merkt, dass die kostenfreien Möglichkeiten nicht mehr ausreichen, wird zumindest mit höherer Wahrscheinlichkeit zur kostenpflichtigen Google Analytics 360 Suite wechseln.

5 Schritte für den ersten Test

Fünf Schritte sind nötig, um als Neuling mit Google Optimize den ersten Test durchzuführen.
Man muss sich bei Google Optimize registrieren, anschließend Code in den Tag-Manager oder direkt in die Website integrieren, Optimize konfigurieren, Testvarianten erstellen und testen und schließlich die Testergebnisse auswerten. Soweit die Kurzfassung. Jetzt kommen die Details.

1) Registrieren

Schritt 1 ist kaum der Rede wert, obwohl er natürlich unverzichtbar ist. Wer Google Optimize nutzen möchte, muss sich registrieren. Das funktioniert schnell und einfach. Und damit ist der erste Schritt auch schon beendet.

2) Integrieren

Damit man mit Google Optimize arbeiten kann, muss man das Tool durch passenden Code in die eigene Website integrieren. Das funktioniert entweder mit dem Google Tag Manager oder durch Integration einer Code-Zeile direkt in den Google Analytics Code. Google selbst empfiehlt die letztgenannte Variante, da das die Ladegeschwindigkeit der Seite weniger beeinflusst.

In den Analytics-Code integriert man nur die folgende Zeile: ga(‚require‘, ‚GTM-XXXXXXX‘). Gemeint ist mit „ GTM-XXXXXXX“ die GTM-ID für Optimize. Das ist ist nicht dieselbe ID wie die des Google Tag Managers, auch wenn man es annehmen könnte.

Die richtige Reihenfolge der Scripte ist wichtig

Baut man Google Analytics und die Optimize Code-Zeile in den Website-Code ein, ist die richtige Reihenfolge der Scripte wichtig. Hier gibt es eine Google-Empfehlung mit einer Abfolge von 1 bis 5.

Da Optimize kein jQuery ausliefert, sollten zunächst Bibliotheken wie jQuery in die Website eingebunden werden. Dann folgen notwendige Variablen, zu denen der Data-Layer gehören kann. Mit dem Data-Layer werden Website-Informationen über den Google-Tag-Manager an Tags ausgeliefert und so Anwendungen zur Verfügung gestellt.

Hinter den Variablen folgt das sogenannte „Anti-Flicker-Script“, das den ansonsten möglichen Flacker-Effekt bei A/B Tests verhindert. Bei A/B Test ohne das Script kann es passieren, dass manche Besucher zunächst ganz kurz die Originalseite und dann die veränderte Testvariante sehen. Der Effekt verfälscht möglicherweise Testergebnisse. Nach dem Anti-Flicker-Script sollte der angepasste Google-Analytics-Code mit der integrierten Optimize-Codezeile folgen, bevor man eventuell sonstiges Java-Script platziert.

3)Konfigurieren

Nach der Integration von Optimize in die Website kann das Tool konfiguriert werden. Bei der Konfiguration lässt sich beispielsweise festlegen, wer am Test teilnimmt und in welchen Situationen Testvarianten bereitgestellt werden. Ein Vorteil von Optimize: Bei der Konfiguration kann man Google Analytics Einstellungen übernehmen.

Das vereinfacht nicht nur die Konfiguration. Es sorgt zusätzlich dafür, dass Testing und Webanalyse auf einer Datengrundlage basieren, die nach denselben Google-Kriterien ausgewählt wurde. Arbeiten Tools verschiedener Hersteller zusammen, ist das nicht automatisch gewährleistet. In solch einem Fall sind vielleicht die Kriterien zur Berechnung der Absprungrate oder zur Zuordnung von Besuchern zu einer Zielgruppe unterschiedlich, was bei Testings problematisch werden kann.

4) Testvarianten erstellen

Testvarianten von Internetseiten kann man in Google Optimize (wie in anderen Testing-Tools auch) mit Hilfe eines Point&Click Editors erstellen. Das ist natürlich relativ einfach. Allerdings sind Änderungen an Websites mit solchen Editoren oft gewisse Grenzen gesetzt, sodass ein direkter Eingriff in den Website-Code mehr Möglichkeiten bietet.

Ein spezieller Nachteil des Google Optimize Editors: Da es sich um ein Chrome-PlugIn handelt, lässt sich der Editor nur im Browser Google-Chrome nutzen. Hat man die Testvariante erstellt, steht dem Testen nichts mehr im Wege. Hier zeigt sich dann eine weitere Optimize-Eigenschaft: Bei einem einmal gestarteten Test kann man keine Änderungen mehr an der Seitenvariante vornehmen.

Der Test muss zuerst beendet werden. Das wird mancher als einen Nachteil empfinden. Es ist aber eher ein Vorteil, denn Änderungen in einem laufenden Test können wiederum schnell zu verfälschten Testergebnissen führen. Besser: Abbrechen und neu starten!

5) Auswertung

Bei der Auswertung der Ergebnisse kann Optimize seine größte Stärke ausspielen: die enge Anbindung an Google Analytics. Bereits Optimize selbst bietet eine Reihe von Reportings an. Eine deutlich detailliertere Analyse ist aber in Google Analytics möglich.

Ermöglicht Google Optimize bessere A/B Tests?

Das ist eine der wichtigsten Fragen bei der Entscheidung für oder gegen Google Optimize. Ein Vorteil des Tools ist sicherlich der bereits in der kostenlosen Variante große Funktionsumfang. Die zwangsläufige Anbindung an Google Analytics bringt ebenfalls viele Vorteile mit sich, mag aber denjenigen als Nachteil erscheinen, die Google Analytics tendenziell ablehnen.

Nachteile? Gibt es auch. Im Vergleich zu kostenpflichtigen Tools existiert bei Optimize kein umfangreicher Support. Da Google und Google Optimize jedoch weithin bekannt sind, dürften sich viele Expertentipps im Internet finden. Wie gut A/B Testings mit Google Optimize werden, lässt sich abschließend nicht beantworten. Schließlich hängt das nicht alleine vom Tool ab, sondern mindestens von zwei weiteren Faktoren.

Der Erfolg hängt auch vom Nutzer ab

Letztlich ist ein Tool nur so gut wie der Nutzer, der sich des Tools bedient. Wichtige Aufgaben kann ihm das Tool nicht abnehmen. Der Nutzer muss die Optimierungspotenziale auf seiner Website identifizieren, gute Ideen für Testvarianten entwickeln, die Testvarianten gut umsetzen und nicht zuletzt Ergebnisse so auswerten, dass er richtige Schlüsse aus ihnen zieht.

Manche Websites sind (noch) nicht reif für A/B Tests

Websites mit relativ wenig Traffic sind oft (noch) nicht reif für A/B Testings. Webmaster mit solchen Seiten nutzen besser Tools wie ConversionBoosting Analyze und lassen sich auf der Basis bewährter Maßnahmen zeigen, wo Optimierungen auf ihrer Website erfolgversprechend sind. Ebenfalls sinnvoll ist ein Blick in die kostenfreie ConversionBoosting Wissensdatenbank, die auch das Webinar „A/B-Testing mit Google Optimize – So gehts!“ enthält.

Die Autoren

Julian Kleinknecht - CRO ConversionBoosting GmbH

Julian Kleinknecht
CRO ConversionBoosting GmbH

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Julian Kleinknecht ist CRO (Chief Research Officer) von ConversionBoosting und verantwortet alle Research-Inhalte. Er hat zwei Master-Abschlüsse der University of St Andrews (UK) und der LMU München sowie viele Jahre Erfahrung in den Bereichen Web-Analyse und Website-Testing.

Ansgar Sadeghi

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Angar Sadeghi arbeitet bereits seit vielen Jahre als selbstständiger Online-Journalist und Texter. Ein Schwerpunkt seiner journalistischen Arbeit sind die Bereiche Online-Marketing und E-Commerce

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